Letzte Runde: Märchensommer-Rallye

Willkommen zu Runde 4 der Märchenrallye des Märchensommers von PoiSonPaiNter!

(Und zu einem Blogbeitrag über die Rolle des leiblichen Elternteils in „Der tote Prinz“ von mir)

Wie läuft das Ganze ab?

Dies ist der Startbeitrag. Von hier aus kommst du durch die Beantwortung der Märchenfragen zur nächsten Station. Auf diesem Weg musst du dir die Buchstaben für das Lösungswort dieser Runde merken. Die Runde hat 6 Stationen, von der letzten Station aus wirst du auf einen Beitrag geleitet in dem du das Lösungswort in ein Formular eintragen und dir dadurch die Punkte, für den gesamten Märchensommer anrechnen lassen kannst.

Pro Runde gibt es ein anderes Lösungswort, sowie Punkte für den Märchensommer, wer alle vier Runden gelöst hat, kann nochmal einen ganzen Schwung zusätzlicher Punkte mitnehmen.

Traut euch also in den Märchenwald und verlauft euch nicht!

Als Teilnehmerin der Autorinnenrunde habe ich das Privileg, über meine eigene Adaption sprechen zu dürfen – und über einen Aspekt, der in Märchen gerne ausgespart wird, den ich aber gerade darum einbauen konnte (es gab keine Vorgaben, die mich hinderten) und wollte (weil es ein wichtiges Thema ist).

Während es im Grimm’schen Schneewittchen erst im zweiten Durchlauf die Stiefmutter war, die ihre Tochter in den Wald schickte, siehe dieser Beitrag, schreibt A. S. Puschkin von Anfang an von einer Stiefmutter. Dafür, dass auch ein Versmärchen doch eher kompakt ist, verwendet Puschkin recht viele Worte darauf, zu sagen, die Mutter hätte sich „Gott anempfohlen“ und sei letzten Endes im Kindbett verstorben.

Das Thema „Religion“ in einigen von Puschkins Märchen wäre ein eigener Punkt, über den bestimmt schon in der russischen Literatur besser bewanderte Leute Dinge geschrieben haben, ich will aber auf etwas anderes hinaus. Nämlich darauf, dass im Versmärchen das leibliche Elternteil, der Vater, weitestgehend verschwindet und nur noch selten erwähnt wird. Als seine Tochter verschwindet, schickt er den Verlobten aus – hat jedoch ansonsten keinen allzu großen Anteil am Geschehen.

Die Frage ist: Warum?

Während ich es nie wagen würde, ein Volksmärchen zu psycholigisieren – mir ist bewusst, dass Märchenallegorien anders funktionieren und somit Handlungen, die im echten Leben höchst fragwürdig wären, im Märchenkontext ihren Sinn haben – kann ich bei Kunstmärchen mich durchaus fragen, worin die Intention der Verfasser*innen liegt. Und warum einige Dinge ganz bewusst nicht erzählt werden.

Was also ist passiert, dass der Vater nach der Heirat mit der Neuen fast vollständig von der Bildfläche verschwindet? Was könnte der Dichter verschwiegen haben?

Ich kann nur mutmaßen.

In meiner Adaption habe ich zwei Aspekte eingebaut, die das Schweigen des leiblichen Elternteils oder die relative Untätigkeit erklären sollen:

  1. Überwältigende Trauer um die verstorbene Person

Lady Alixena hat ihren Partner Gero – in einer Welt, in der (schöne) Männer nur noch dazu dienen, verheiratet zu werden, eine Seltenheit – aufrichtig geliebt. Sein Tod zerbricht sie regelrecht und macht sie anfällig für die Reize eines Menschen, den sie sonst nicht so nah an sich herangelassen hätte.

Ich denke, ich verrate nichts, was nicht schon aus dem Klappentext hervorgeht, wenn ich andeute, dass diese Trauer vom Antagonisten ausgenutzt wird, um Lady Alixena so weit zu zerstören, dass sie zu seiner Marionette wird und bald nichts mehr von der Persönlichkeit aus dem ersten Kapitel übrig bleibt.

Mit der Trauer einhergehend …

2. Abneigung gegen das Gesicht des eigenen Kindes

Wenn der Verlust des Partners so stark schmerzt, dass man es nicht ertragen kann, ins Gesicht des überlebenden Nachwuchses zu sehen, ohne permanent an den Verlust erinnert zu werden, kann die Eltern-Kind-Bindung nur schief gehen.

Im Original ist es der Vater, in meiner Adaption die Mutter, die dem eigenen Kind möglichst weit aus dem Weg geht. Entsprechend hält sich Alixenas Reaktion auf die eine oder andere Nachricht deutlich in Grenzen …

Wie habt ihr denn die Mutter von Dario erlebt? Und wie habt ihr generell die Elternteile in „der tote Prinz“ erlebt?


Um die nächste Station zu finden, müsst ihr eine Frage über das Originalmärchen beantworten.

Wie finden die sieben Recken heraus, woran die Zarewna gestorben ist?

Antwort A: Sie hatte grünen Schaum vor dem Mund.

Antwort B: Der Hund hat vor ihren Augen ein Stück Apfel gefressen und ist tot umgefallen.

Antwort C: Die Spatzen pfiffen es von den Zweigen der Bäume.

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Ein Gedanke zu “Letzte Runde: Märchensommer-Rallye

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