Monatsrückblick Nummer 2 – Februar 2022

Der Februar war … eine Achterbahnfahrt.

Zwischendurch haben mich durch den Wetterwechsel Kopfschmerzen für Tage außer Gefecht gesetzt und kaum fühlte ich mich wieder einigermaßen stabil, gab es erste Anzeichen dafür, dass mein Herkunftsland überfallen werden könnte.

Ich bin irgendwo gefangen zwischen „ich habe einfach den Kopf nicht frei, um Kunst zu machen“ und „Jetzt erst recht“ gewesen und aktuell ist „jetzt erst recht“ stärker, also werden im Hintergrund Projekte beendet, finalisiert, vorangetrieben.

Wie ich gestern meiner Mama schrieb, ist das die Aufgabe von Kunst und Kunstschaffenden gerade (nicht nur, aber auch): Rückzugsräume bauen, in denen sich erholt werden kann, um danach mit neuer Kraft sich mit der Welt auseinandersetzen zu können.

Und weil die Arbeiten im Hintergrund immer scheinen lassen, als würde „im Vordergrund“ nichts vorangehen, ist es wichtig, mir bewusst zu machen, wie viel ich trotzdem geschafft habe.

Geschrieben im Februar

„Stahllilie 3“ ist fertig. Und damit nicht einfach nur der dritte Band einer Reihe, sondern auch – wie ich erst beim Beenden des Buches wusste – das Ende der Reihe.

Somit weiß ich nun, dass „Stahllilie“ eine Trilogie ist. Yay! Inzwischen habe ich auch Feedback dazu („Das bisher beste Buch der Reihe!“) und muss mal schauen, wann ich genug Abstand habe, um es zu überarbeiten und die offen gebliebenen Fragen noch zu beantworten, die Lücken zu füllen, sowas.

Es hat nämlich ein paar typische Katherina-Ushachov-Rohfassungsfehler (Leute, die in Räumen voller Menschen komplett allein zu sein scheinen und nicht mit der Umgebung interagieren, beispielsweise), aber nichts, was sich nicht durch ein paar Runden Testleserei beheben ließe.

Somit ist das die erste Reihe, die ich in einem Verlag habe und die erste Reihe, die ich nicht vor der Veröffentlichung fertig geschrieben habe, sondern erst im laufenden Prozess. Das hatte für mich komplett andere Herausforderungen als sonst (anders als in #Unparallel kann ich nicht einfach zurückgehen und was am Anfang ändern, damit mir alles besser zusammenpasst) und ich habe eine Menge gelernt.

Außerdem sind in der Zeit Kurzgeschichten entstanden und bei Wettbewerben eingereicht worden.

Gesamt-Output im Februar: 8350 Wörter. Das ist quantitativ nicht viel, aber es waren intensive Wörter.

Veröffentlicht im Februar

Als Hintergrundbild dient das Foto eines schwarz-blauen, zugefrorenen Teiches. Das teils gefrorene Wasser bildet dabei Wirbel und halb abgerundete, wellenartige Muster. An der Oberfläche der Eisschicht befinden sich Eiskristalle. Der Aufbau ist dabei so, dass im oberen bis mittleren Bildbereich viele Wirbel und ineinander greifende Eisflächen mit verschiedenen Strukturen sind. Weiter unten befindet sich eine größere Fläche, an der das Eis klar ist und das darunter liegende dunkle Wasser zu sehen ist, aber auch dort gibt es Strukturen, die wie Nebel aussehen oder wie eine Sternengalaxie. Ganz oben steht weiß auf orangem Grund "Neolith" in sehr groß, darunter kleiner "Magazin für neue Literatur an der Bergischen Universität Wuppertal". Dort, wo die größere dunkle Fläche ist, steht in weißer Schrift #6 und darunter "Zuflucht".
Diese Zeitschrift ist erschienen.

Die sechste Ausgabe der Neolith-Zeitschrift enthält eine sehr persönliche Geschichte aus meiner Teeniezeit, die ich so in der Form öffentlich noch nirgends erzählt habe. Der Blog hier existiert ja theoretisch seit 2006, auch wenn meines Wissens nur noch sehr wenige Posts aus der Anfangszeit noch öffentlich zu lesen sind. Ich war fünfzehn, ihr verpasst nichts, wenn ihr die nicht mehr sehen könnt. Aber theoretisch hätte ich dort mal was über das Leben schreiben können, das ich geführt habe.

Habe ich aber nicht. Dass nun also in einer Zeitschrift eine autobiografische Erzählung aus meiner Zeit im jüdischen Jugendzentrum erschienen ist, ist für mich ein großer, sehr mutiger Schritt und ich hoffe, dass ich noch so einige davon machen kann.

(Mein Traum ist, irgendwann eine Familienchronik zu schreiben, aber bis dahin muss ich noch einiges lernen.)

Außerdem wurde meine Kurzlesung mit Interview im Radio gespielt. Die Sendung ist noch nicht im Archiv, aber ich kann euch schon mal den Link zur Übersichtsseite zeigen: https://o94.at/programm/sendung/id/2041521

Die Sendung ist vorproduziert, meine Textpassage habe ich im Vorfeld eingelesen und geschnitten, das Interview im Voraus geführt. Ich konnte also nicht ahnen, dass genau an dem Tag, an dem sie ausgestrahlt wird, meine Kurzgeschichte „Kore“ dank des Angriffs auf die Ukraine traurigerweise besonders aktuell wird. Es ist die Geschichte eines sinnlosen Krieges, in dem junge Leute gegen ihren Willen verheizt werden. Angesichts der Umstände beunruhigend passend.

Und sonst so?

Eine Menge Dinge wurde in die Wege geleitet. Ich habe ein Buch gesetzt, ein Wendebuch gebaut, mit Leuten kommuniziert, eine weitere Lesung aufgenommen … und auch weiter an meiner Animationsfigur gezeichnet.

Alles, was jetzt vorbereitet wird, kann später Freude bereiten. Ein Pausenraum sein.

Und im März kommt mit dem Frühling auch wieder etwas Wärme zurück und die brauche ich ganz dringend.

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