Kurzroman: Zarin Saltan

eBookCover - Zarin Saltan
Cover erstellt von https://farbenmelodie.jimdo.com/ – vielen Dank dafür!

Arbeitstitel/Kürzel für den Blog: GeheimprojektM

Offizieller Titel: Zarin Saltan

Genre: Contamporary Fantasy, Märchenadaption

Länge: 129 Normseiten, 25.495  Wörter, 161.542 Zeichen mit Leerzeichen

In Buchseiten: 138 Seiten.

Status des Manuskripts: Veröffentlicht.

Kauflinks: Amazon (eBook) , Amazon (Print) und Neobooks (wo ihr Links zu den gängigsten anderen Plattformen findet – aber die Zarin gibt es überall, wo es eBooks gibt!)

Wann habe ich damit angefangen? Die ersten Zeilen für das Projekt entstanden am 27.07.2016

Wie lange habe ich an der Rohfassung gearbeitet? Wenn man das erste Kapitel, das ich schon im Juli geschrieben habe, nicht mitrechnet, dann ziemlich genau einen Monat. Nämlich Oktober 2016. Ich glaube, ich war um zehn Uhr abends fertig und um Mitternacht schrieb ich dann schon in den NaNoWriMo hinein.

Worum geht es?

Ein begehrter Junggeselle
Drei Konkurrentinnen
Ein magisches Eichhörnchen

Als die Slawistikstudentin Anna von ihren besten Freundinnen heimlich bei einer russischen Datingshow angemeldet wird, ahnt sie nicht, dass sie dort dem Kaviarzar Viktor begegnet. Ganz überraschend wählt er sie aus und Anna ist damit nur einen Schritt entfernt von einem Leben wie im Märchen. Doch Neid und Missgunst lassen den Traum bald zum Albtraum werden und sie braucht jede Hilfe, die sie bekommen kann. Selbst wenn diese magisch ist und die Helfer merkwürdig anmuten.

„Zar Saltan“ in neuem Gewand – im 8. Band der Märchenspinnerei erzählt Katherina Ushachov die altbekannte Geschichte von Feindschaft, Eifersucht und Oberflächlichkeiten in einem modernen Setting neu und lässt dabei jene Figur zu Wort kommen, die im Original untergeht: die Zarin.

Warum habe ich dieses Buch geschrieben? Ich wollte eine feministische Version eines meiner liebsten Kindheitsmärchen schreiben. Wie schon im Klappentext erwähnt, verschwindet die Zarin bald aus der Geschichte, die sie ausgelöst hat. Und: Sie sagt kein einziges Mal auch nur ein Wort, es gibt keine direkte Rede. Außer, dass sie dem Zaren einen Recken schenken wird, natürlich. Ganz am Anfang. Sie wird über Nacht Zarin und kurz darauf Opfer einer fiesen Intrige. Danach taucht sie erst am Ende überhaupt auf.

Darum ist bei mir Anna die Protagonistin und die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt.

Aber auch die anderen Frauen haben weder Namen (sie sind einfach die Weberin, die Köchin und die Schwägerin) noch sagen sie etwas Nennenswertes. Bei mir wurden aus Funktionsbezeichnungen Menschen. Keine guten Menschen, sie tun auch bei mir genau das, was sie im Originalmärchen tun, nämlich intrigieren und Leid zufügen. Aber sie haben dabei Namen und über ihre Funktion hinausgehende Eigenschaften.

Last but not least wollte ich auch den Zaren aufwerten – und mit Viktor jemanden erschaffen, dem man das Liebesglück auch gönnt.

Leseprobe – Kapitel 1, aus der Sicht von Viktor

Am liebsten hätte er sich betäubt. Wodka stand in ausreichender Menge vor ihm auf dem Tisch, in einer dieser altmodischen Kristallkaraffen, die an den dekadenten Chic der Sowjetära erinnerten und ihn abstießen. Wieso eigentlich hatte er sich bereit erklärt, dieses Meeting ausgerechnet in einem kitschigen Ostalgielokal ewiggestriger Russen abhalten zu lassen? An einem Ort, wo ihn alles an seine Vergangenheit, an seine Sina erinnerte?
Er sah ihre braunen, kinnlangen Locken vor sich, wie eine Aureole im weichen Lampenlicht. Das Grübchen, wenn sie lachte. Und dann wieder ihren gebrochenen Blick, während die Feuerwehrleute sie aus dem Autowrack zogen. Jahrelang hatte er ihn jedes Mal gesehen, wann immer er die Augen schloss und selbst jetzt spürte er beim Gedanken daran Trauer und Schuld.
Jedes andere Restaurant in Frankfurt wäre besser gewesen. Auch wenn er in einem der vielen Fastfood-Tempel der Stadt vermutlich fehl am Platz gewirkt hätte in seinem Anzug zwischen all den Jugendlichen. Ein Gedanke, der ihm zumindest kurz ein Schmunzeln entlockte und seine Stimmung so weit aufhellte, dass der Monolog seines Assistenten erträglich wurde.
»Wir liefern also ein erhöhtes Kontingent an die Handelskette Maxim-Markt, an den Klava-Zusammenschluss und an die internationale Feinkostabteilung von Real. Außerdem scheint der Onlineverkauf bei den Kunden gut anzukommen, die Bestellungen haben sich allein in den letzten zwei Wochen um 25 Prozent erhöht.«
Das alles wusste Viktor auch selbst, da musste Kurschakov ihn nicht informieren. Er goss sich noch ein Schnapsglas voll Wodka und trank auf ex. In Gedanken widmete er den Shot seiner toten Frau.
»Viktor Achmedowitch, hören Sie mir überhaupt zu?«
»Natürlich, natürlich. Sprich weiter.« Vermutlich sollte er Kurschakov nicht reizen, wenn der ihn schon beim Vaternamen ansprach – immerhin hatte er sich die Mühe gemacht, die ganzen Statistiken auszuwerten und für ihn aufzubereiten. Nur leider machte sein Fleiß seinen Bericht nicht spannender – Kurschakov las weiter irgendwelche Zahlen ab und klang dabei so monoton wie ein Staubsauger.
Viktor sah sich im Restaurant um. Wenn man sich den ganzen Kitsch zu genau anschaute, offenbarte er die Zerbrechlichkeit der Illusion. Die Goldfarbe auf den pseudofolkloristisch rot lackierten Zierelementen an der Decke und den Ziersäulen blätterte ab und war an manchen Stellen von Kratzern bedeckt, die verdächtig an Buchstaben erinnerten. ›Kolja war hier. 09. Mai 2005.‹ Das war bereits eine Weile her. Wenn man nur ein bisschen tiefer kratzte, fand man modernes Eisen und Beton unter dem warmen Holz. Fand man die Kälte der Neuzeit unter dem Lack, der die Wärme einer Vergangenheit suggerierte, die so nie existiert hatte. Ein weiterer Vandale hatte das mit einem spitzen Gegenstand eindrucksvoll an der Säule rechts von ihm demonstriert.
Die Sowjetzeit war nie magisch gewesen, die Magie Russlands war 1917 gestorben. Und Viktor bezweifelte, dass sie jemals wieder zum Leben erwachen würde. Wer sollte sie denn erwecken? Die Politiker? Die Oligarchen?
Auf der Suche nach etwas Ablenkung starrte er aus einem der Fenster. Ein Eichhörnchen saß auf einem Ast direkt davor und verputzte eine Eichel. Eine junge Putzfrau huschte mit einem Mopp durch die Gegend und schob dabei den Kaugummi von einer Backe in die andere. In ihrer Schürzentasche steckte – unauffällig, aber dennoch sichtbar – ein Smartphone und sie schielte regelmäßig darauf statt auf den Dreck zu ihren Füßen. Sie nahm ihm die Sicht auf das Eichhörnchen – und rannte beinahe gegen die Kellnerin, die gerade die Bestellung am Nebentisch aufnahm.
»Entschuldige, Anechka!« Sie hastete weiter, mit den rosaroten Resten einer geplatzten Kaugummiblase im Gesicht.
Die Angesprochene drehte sich zu Viktor um und lächelte.
In diesem Moment ging im Restaurant die Sonne auf und der Kitsch verwandelte sich in echtes Gold. Die staubverkrusteten Deckenlampen strahlten mit den Sternen um die Wette und ihr Leuchten machte aus dem schäbigen Lokal ein Paradies. Funken brachen sich im Kristall des Wodkakruges und bedeckten Viktors Hände mit glitzernden, regenbogenfarbenen Pünktchen.
Weil Anechka lächelte.
Ihre Schicht musste gerade erst begonnen haben, die Karaffe mit dem Wodka und eine Schale mit Salzgürkchen hatte ihnen noch eine andere Kellnerin gebracht. Eine, deren Gesicht er sich nicht gemerkt hatte. Fieberhaft überlegte er, was er bestellen könnte, nur um wenigstens kurz mit ihr ins Gespräch zu kommen, aber nichts von dem, was auf der Karte stand, erweckte sein Interesse.
Kurschakovs Zahlengerede hörte er längst nicht mehr. Zu sehr war er damit beschäftigt, dem brünetten Engel nachzustarren und sich vorzustellen, wie er sie ansprach und auf einen Kaffee einlud. Oder auf ein Stück Torte.
Und irgendetwas sagte ihm, dass er sich den Mut dafür nicht antrinken konnte – nicht mit allem Wodka dieser Welt.

 


Blogposts über „Zarin Saltan“:

Ich habe für die Webseite der „Märchenspinnerei“ ein Statement über „Zarin Saltan“ verfasst, in dem ich beschreibe, wieso ich ausgerechnet „Zar Saltan“ adaptiert habe und warum es sich bei meinem Debütroman um eine feministische Millionärsromanze handelt.

Außerdem stand ich Guddy bei einem Interview Rede und Antwort zu Form, Inhalt und im Hintergrund verarbeiteten Themen. Ihre Fragen sind sehr spannend – und meine Antworten hoffentlich ebenfalls.

Zu „Zarin Saltan“ habe ich mit den Feen der Märchenspinnerei eine Blogtour veranstaltet. Auch wenn die Gewinnerinnen inzwischen benachrichtigt wurden, lohnt es sich immer noch, die einzelnen Beiträge zu lesen.


Bonusmaterialien

Bonuskurzgeschichten:

  • Irinas Herbst in Paula Rooses „Geschichten-Galerie“- kann auch unabhängig von „Zarin Saltan“ gelesen werden, gibt jedoch ein paar nette Einblicke in das Seelenleben einer wichtigen Nebenfigur.

Zusätzliche Informationen:

  • Während der oben genannten Blogtour habe ich die Fernsehshow vorgestellt, die im Roman eine wichtige Rolle spielt. Dort findet ihr unter anderem eine Übersetzung des Fragebogens.
  • Im Rahmen des Adventskalenders auf dem Blog „BookDreams4Everyone“ gibt es ein informatives Interview mit Anna.
  • Für die Adventsaktion auf „Vampirwaschbaers Wahnsinn“ habe ich die Frage von Anna und Viktor beantwortet.

Rezensionen

Ich bin jedes Mal glücklich, wenn ein Buch von mir auf einem Portal oder einem Blog besprochen wird. Hier stelle ich euch Rezensionen vor. Dabei mache ich keinen Unterschied zwischen lobenden und kritischen Rezensionen – ich kann aus beiden viel lernen und was manche Leser*innen kritisieren, ist für andere gerade ein Grund, das Buch zu lesen.

Liebe Blogger*innen – ihr könnt euch das Cover gerne für eure Rezensionen vom Blog runterladen. Wenn ihr es in einer besseren Auflösung braucht, schreibt mir einfach über das Kontaktformular.

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